Treffpunkt in Laatzen: Das Café Marie der AWO im Stadthaus

vom 13.02.2018

Niedrigschwellige Arbeitsangebote schaffen Möglichkeiten zur Teilhabe/Zuverdienstprojekt wird zur festen Institution

Café Marie.jpg AWO Mitarbeiterin Elke Priewe leitet das Café Marie.
Die AWO Region Hannover betreibt seit Eröffnung des Stadthauses in Laatzen-Mitte am 26. April 2013 das Café Marie und stellt dort das gastronomische Angebot bereit. Der Name geht zurück auf Marie Juchacz, die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt. Das Besondere hier: Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen arbeiten zusammen in einem Team mit gastronomischen Fachkräften- und Hilfskräften. Das von der Region Hannover geförderte Zuverdienstprojekt verfolgt das Ziel, dass Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, im Sinne der Inklusion gemäß Artikel 27 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, mitten in der Gesellschaft leben und arbeiten können.

Das Zuverdienstprojekt startete zunächst mit drei Plätzen im Café Marie in Laatzen. Nach einem Jahr Laufzeit wurde das Projekt im Januar 2015 um sieben Plätze in den drei AWO Seniorenresidenzen und dem Malerbetrieb der AWO erweitert. Im Café Marie sind die Teilnehmenden in alle im Cafébetrieb anfallenden Tätigkeiten wie Service, Frühstück vorbereiten, Kuchen backen oder Reinigungstätigkeiten einbezogen. Sie werden durch Fachkräfte angeleitet und sozialpädagogisch begleitet. „Im Rahmen unseres Angebotes können die Teilnehmenden am Arbeitsleben in ganz normalen Betrieben teilhaben“, sagt Fachbereichsleiterin Antje Hennecke, die das Projekt bei der AWO initiiert hat. Damit wurde in der Region Hannover eine Lücke geschlossen. Durch die Förderung ihrer arbeitsorientierten und sozialen Fähigkeiten werde es ermöglicht,  Menschen aus dem Kreislauf institutionalisierter Hilfsangebote herauszuführen, betont Hennecke. „Mit ihrer wiedererlangten Stabilität gelang einigen Teilnehmenden sogar der Wechsel in andere Beschäftigungsformen oder der Auszug aus einer stationären Wohneinrichtung in eine eigene Wohnung.

Jetzt sollen die niedrigschwelligen Beschäftigungsangebote ihren Pilotstatus verlassen und zur festen Einrichtung werden. Das hat der Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Gesundheit für die Regelförderung durch die Region Hannover am 13. Februar 2018 beschlossen. Abschließend entscheidet darüber die Regionsversammlung am 6. März.

Das Café Marie hat montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet und bietet ein abwechslungsreiches Frühstückangebot, einen täglich wechselnden Mittagstisch, verschiedene Kaffeespezialitäten aus ökologischem Anbau und frisch gebackenen Kuchen. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Café-Gäste können über das WLAN kostenlos im Internet surfen. Am 26. April feiert das Café fünfjähriges Bestehen.

Geleitet wird das Café Marie von AWO Mitarbeiterin Elke Priewe. Die 50-Jährige bringt jahrelange Erfahrungen aus dem Gastronomiebereich mit und hat  ein eigenes Café in Hannover-Döhren betrieben.