Café Marie

vom 15.12.2017

Das soziale Café der AWO in Laatzen

Café Marie.jpg AWO Mitarbeiterin Elke Priewe leitet das Café Marie.
Das Stadthaus in Laatzen ist ein Hingucker. Das kubische Gebäude steht mitten im Laatzener Stadtkern und bildet mit seiner Holzfassade, dem Schrägdach und auffälligen, goldenen Fensterrahmen einen optischen Gegenpol zum gegenüberliegenden vielstöckigen Rathaus und den umliegenden Mehrfamilienhäusern. Ins Stadthaus integriert ist das von der AWO Region Hannover betriebene Café Marie. Hier gibt es von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr Kaffeespezialitäten und selbstgebackenen Kuchen, ein reichhaltiges, gesundes Frühstück und einen vielseitigen, vor Ort gekochten und günstigen Mittagstisch. Doch warum ist die AWO als gemeinnütziger Wohlfahrtsverband eigentlich in der Gastronomie mit einem Café tätig? „In unserem Café arbeiten Menschen mit psychischen Erkrankungen, die maximal drei Stunden täglich erwerbsfähig sind, im Rahmen eines Zuverdienstprojektes“, erklärt Antje Hennecke, AWO Fachbereichsleiterin für psychosoziale Dienste. Das Projekt wird von der Region Hannover gefördert und bietet Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen eine sinnvolle Tagesstruktur und eine Möglichkeit, im Sinne der Inklusion mitten in der Gesellschaft leben und arbeiten zu können. Angefangen hat das Projekt mit drei Plätzen, mittlerweile sind es zehn Plätze, auf denen insgesamt sechzehn Teilnehmende mit unterschiedlichen Stundenanteilen arbeiten. Einsatzmöglichkeiten bietet die AWO neben dem Café Marie in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, in denen die Teilnehmenden je nach Interesse und Fähigkeiten in den Bereichen Hauswirtschaft, Betreuung und Haustechnik tätig werden können.

Eröffnet hat das Café im Mai 2013 - zeitgleich zur Eröffnung des Stadthauses. Zuvor war die Stadt Laatzen mit der Idee des Cafés an die AWO herangetreten. Benannt wurde es nach Marie Juchacz, die die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am 13. Dezember 1919 gegründet hatte. Das Café ist gemütlich eingerichtet und je nach Jahreszeit dekoriert - derzeit verbreitet ein Weihnachtsbaum vorweihnachtliche Stimmung. „Wo Kaffee serviert wird, da ist Anmut, Freundschaft und Fröhlichkeit“ steht mit grünen Lettern an der Wand des Cafés geschrieben. Dies gelte auch als Motto des Cafés. „Wir haben hier immer eine tolle Stimmung - die Gäste treffen auf freundliche Mitarbeitende und fühlen sich willkommen“, berichtet AWO Mitarbeiterin Elke Priewe, die das Café leitet. Das Publikum bezeichnet sie als generationenübergreifend - neben Seniorinnen und Senioren besuchen Mitarbeitende aus dem Rathaus, den umliegenden Geschäften, aber auch Mitarbeitende der benachbarten Polizeistation das Café.

Im Sommer gibt es einen „Sommergarten“ mit etwa 20 Außenplätzen. Auch für Selbstständige, die mobil arbeiten und einen Internetanschluss benötigen, ist mit einem kostenfreien Wlan-Zugang gesorgt. „Und wir bedienen an den Tischen - das gibt es mittlerweile auch nicht mehr überall“, sagt Priewe.  Neu im Café: Donnerstags ist Waffel-Tag und künftig gibt es immer dienstags ein Stück ofenfrischen Butterkuchen mit einer Tasse Kaffee zum Preis von 2,50 Euro. „Wie versuchen, die Preise möglichst niedrig zu halten. Das Café wird unter anderem auch von allein stehenden Senioren besucht, die nicht so viel Geld haben“, berichtet Hennecke. „Wir haben auch einen super leckeren wechselnden Mittagstisch, der preislich bei 4,80 Euro beginnt“, ergänzt Priewe.

Ein buntes Programm mit verschiedenen Angeboten und Veranstaltungen machen das Café zu einem vielfältigen Ort der Begegnung. Dazu gehören Table Quiz, ein Erzähl-Café, Computer-Schulungen und das beliebte Krimi-Dinner. Und auch für private Feiern kann das Café angemietet werden. „Unser Café ist sehr gut angenommen worden von den Laatzenern - und mit regelmäßigen neuen Angeboten wollen wir dafür sorgen, dass das auch so bleibt“, sagt Hennecke.

Weitere Informationen zum Café Marie sowie die Speisekarte gibt es hier: http://www.awo-cafemarie.de