Ehrenamtliche bei der AWO: Alina Lupasco unterrichtet Deutsch für asylsuchende Mütter.

vom 05.12.2017

„Mama lernt Deutsch“

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Vor drei Jahren kam Alina Lupasco aus Moldawien nach Deutschland. Ohne Sprachkenntnisse und ohne Freunde fühlte sie sich zunächst hilflos und suchte eine Ansprechpartnerin bei der Arbeiterwohlfahrt. Bei einem Sprachkurs erhielt sie den Hinweis, dass die AWO bei der integrativen Arbeit behilflich ist. „Ich weiß noch wie schwer es für mich war, als ich nach Deutschland kam“, so die junge Mutter von zwei Kindern. Sie musste sich erst an alles gewöhnen. Bei einem ersten Arztbesuch mit ihrer Tochter habe sie kaum etwas verstanden. Diese Erfahrung habe in ihr den Ehrgeiz geweckt, so schnell wie möglich Deutsch zu lernen. Lupasco belegte erfolgreich mehrere Sprachkurse. Mit ihrer Beraterin bei der AWO überlegte die studierte Lehrerin für rumänische Sprache, was sie für andere in einer ähnlichen Situation tun könnte und so kam sie zu dem Kurs „Mama lernt Deutsch“. Dieser richtete sich an rumänische, asylsuchende Mütter. „Das war zunächst schwer für mich, da viele Teilnehmer Analphabeten waren.“

Doch Lupasco arbeitete intensiv daran, die durchschnittlich 15 bis 20 Teilnehmende zu motivieren und ihnen ein gewisses Zukunftsdenken zu vermitteln. „Einige Frauen aus dem Kurs haben bereits einen Job gefunden. Das freut mich natürlich sehr“, sagt Lupasco.  Sie trainierte mit ihnen für die Jobsuche, Vorstellungsgespräche, Einkaufssituationen oder für den Umgang mit Schulen und Weiterbildungsstätten. Aber auch Zeitungsartikel wurden übersetzt. So zum Beispiel eine Rede von Bundeskanzlerin Merkel über Integration. Manchmal erklärte Lupasco den Teilnehmenden aber auch ganz einfache Dinge, beispielsweise die Gegenstände im Kursraum.

Zuvor arbeitete Lupasco schon fünf Jahre in Italien. Dort war sie in einem Hotel beschäftigt. „Italienisch habe ich einfach im Alltag erlernt. Das ist wesentlich einfacher, die deutsche Sprache ist schwerer.“ Lupascos Ehemann kam dann als LKW-Fahrer nach Deutschland und weckte auch bei seiner Frau Interesse für dieses Land. Sie zogen nach Hannover und bekamen ihr zweites Kind. Nach der Elternzeit wollte Lupasco nicht tatenlos herumsitzen und suchte sich einen Minijob als Reinigungskraft.

Doch ihr eigentlicher Wunsch ist es, eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Dafür versucht sie gerade, alles in die Wege zu leiten. „Ich will noch mehr lernen und meine Deutschkenntnisse verbessern“, so die 32-Jährige. „Ich liebe den Kontakt zu Menschen.  Am Ende des Tages weiß man, dass man etwas Gutes vollbracht hat“, so die gläubige Christin. Sie möchte ab Januar 2018 ein Projekt unterstützen, auf das sie ihre Schwiegermutter, die ebenfalls in Deutschland lebt, brachte. Dabei geht es um die Begleitung von Flüchtlingen im Alltag, Hilfe bei Behördengängen und Anmeldungen bei Sprachkursen. „Ich bin froh, Unterstützung bei der AWO gefunden zu haben. Diese Hilfe möchte ich durch mein Ehrenamt anderen anbieten, denn aller Anfang ist bekanntlich schwer.“