„Die eigene Arbeit kreativ zu gestalten ist eine große Motivation“

AWO-Praktikantin Lara Kujawa schreibt ihre Masterarbeit über Erzieher und Erzieherinnen

Internet Lara Kujawa 1 (2).jpg AWO-Praktikantin Lara Kujawa

Warum entscheiden sich Erzieher und Erzieherinnen für ihren Job? Und was ist ihre tägliche Motivation? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Lara Kujawa aus Hannover. Die Studentin der  Sozial- und Organisationspädagogik wird in Kürze mit ihrer Masterarbeit zu diesem Thema beginnen und macht derzeit ein zweimonatiges Praktikum bei der AWO Region Hannover im Fachbereich Tageseinrichtungen für Kinder. „Es gibt eine intrinsische - innere – Motivation und eine extrinsische, die durch äußere Reize hervorgerufen wird“, erklärt Kujawa. „In meiner Abschlussarbeit beschäftige ich mich mit der intrinsischen Motivation.“ Zwar gebe es bereits Arbeiten zur Motivation von Erziehern und Erzieherinnen, die fußten jedoch häufig auf Umfrageergebnisse, die per Fragebogen ermittelt wurden. Kujawa setzt stattdessen auf narrative Interviews.

„Extrinsische und intrinsische Motivation greifen häufig ineinander. So können beispielsweise das Gehalt oder Aufstiegschancen in einem Berufsfeld, äußere Reize sein, die extrinsisch Motivieren aber auch mit der intrinsischen Motivation verknüpft sein etwa dann, wenn die eigene  Arbeit als sinnvoll angesehen wird und das Gehalt als angemessen für die geleistete Arbeit empfunden“, erklärt Kujawa.  Der Mensch ist und bleibe aber auch ein Individuum - und was ihn motiviere ebenso individuell. Dennoch gebe es Tendenzen: „Ich kann natürlich keine Ergebnisse vorwegnehmen, aber bisherige Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Möglichkeit, die eigene Arbeit kreativ mitgestalten zu können, eine große Motivation für die Erzieher und Erzieherinnen ist“, berichtet Kujawa. „Das zeichnet den Beruf unter anderem aus, denn dies kann bekanntlich längst nicht von allen Arbeitsfeldern behauptet werden“, so die 25-Jährige. So könnten Erzieher und Erzieherinnen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder nehmen, indem sie aktiv die Arbeit mit ihnen gestalten.

Kujawa hat das Arbeitsfeld Pädagogik von der Pike auf gelernt: Nach ihrem Realschulabschluss absolvierte sie eine vierjährige Ausbildung zur Erzieherin an der Alice-Salomon-Schule in Kleefeld. Für den Beruf entschied sie sich nach einem Schulpraktikum in einer Kita. „Der Grund ist einfach: Die pädagogische Arbeit mit Kindern ist spannend und nie eintönig.  Sie macht Spaß“, sagt Kujawa. Nun lerne sie bei der AWO quasi den Überbau kennen: die Arbeit im Fachbereich Tageseinrichtungen für Kinder. Sie begleitet die stellvertretende Fachbereichsleiterin Heike Rahlves zu Dienstbesprechungen in die Kitas, ist bei Beratungsgesprächen dabei, lernt die Fort- und Weiterbildungsangebote der AWO für Erzieher und Erzieherinnen sowie für die Leitungskräfte der Einrichtungen  kennen und bekommt damit einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsfelder und Qualitätssicherungsprozesse der pädagogischen Arbeit bei der AWO.

Doch warum hat sie sich für ein Praktikum bei der AWO entschieden – und noch dazu freiwillig, da es nicht zum Pflichtprogramm ihres Studiums gehört? „Die hohe Fachkompetenz der AWO war ausschlaggebend“, sagt Kujawa. Außerdem sei sie beeindruckt vom Leitbild und den Leitsätzen der Arbeiterwohlfahrt. Neben Solidarität, Gerechtigkeit, Toleranz, Gleichheit sowie Freiheit seien dies in der alltäglichen Arbeit die Innovation, die Sicherung des hohen Qualitätsstandards in der pädagogischen Arbeit und der Wissensaustausch.

Derzeit unterstützt sie die Vorbereitung des Qualitätstages „Theorie besucht Praxis – Qualität zum Thema Zusammenarbeit mit Eltern und Familie“, den die AWO am 17. August organisiert. Dieser Fachtag dient dem Austausch und der Qualitätssicherung der pädagogischen Arbeit. Hier lerne sie praktische Arbeit zu den theoretischen Inhalten ihres Studiums kennen. „Für mich ist der Einblick bei der AWO einfach Gold wert“, sagt Kujawa.