Lions Club Hannover-Tiergarten finanziert Kindern aus Familien mit Förderbedarf Schwimmkurs in der AWO-Welle – „Es gibt immer mehr Eltern, die das Geld für einen Schwimmkurs nicht aufbringen können“

Lions Club Schwimmkurs 1klein.jpg Lions Club-Mitglied Joachim Seegers und seine Frau Elisabeth wandten sich mit ihrer Idee, dass der Lions Club einen Schwimmkurs finanzieren könnte, an die AWO.
Hannover-Kirchrode/ Hannover-Linden. Der Lions Club Hannover-Tiergarten finanziert Kindern aus Familien mit Förderbedarf einen Ferienintensiv–Schwimmkurs in den Osterferien, der gestern in der AWO-Welle, dem Schwimmbad der AWO Region Hannover in Linden, gestartet ist. Teilnehmen können bis zu sieben Kinder mit einem Aktivpass oder einer BuT-Bescheinigung (Bildungs- und Teilhabepaket). Den Kontakt zur AWO stellten Lions Club-Mitglied Joachim Seegers und seine Frau Elisabeth her. „Wir haben uns an die AWO gewandt, weil sie weiß, welche Familien bedürftig sind und einen Schwimmkurs benötigen“, so Seegers.
Auf die Idee, dass der Lions Club Schwimmkurse finanzieren könnte, kamen die beiden während eines Urlaubs an der Nordsee. „Wir sahen in der Zeitung zum wiederholten Male Schlagzeilen, wonach ein Kind ertrunken ist, weil es nicht schwimmen konnte“, sagt Seegers. „Wir sind selbst Eltern und Großeltern diese Schlagzeilen gingen uns sehr nahe“, ergänzt Elisabeth Seegers. Wie eine Umfrage im vergangenen Jahr ergeben hat, kann in Deutschland mehr als die Hälfte der Kinder im Alter von zehn Jahren nicht schwimmen. „Und es gibt immer mehr Eltern, die das Geld für einen Schwimmkurs nicht aufbringen können“, sagt Seegers. „Dabei ist es so wichtig und lebensnotwendig, dass wirklich alle Kinder schwimmen können.“
Und es gibt noch einen weiteren Grund, warum immer weniger Kinder schwimmen können: Aufgrund von Einsparungen hat es seit der Jahrtausendwende ein „Bädersterben“ in den Kommunen gegeben, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schlägt bereits seit geraumer Zeit Alarm. Der Intensiv-Schwimmkurs der AWO geht über acht Stunden und wird von einer ausgebildeten Fachkraft geleitet. „In einer Atmosphäre ohne Leistungsdruck, aber mit viel Spaß und individueller Förderung, können die Kinder hier schwimmen lernen“, erklärt Jana Catherina Mai von der AWO Familienbildung. Im Anschluss an das Schwimmen erhielten die Kinder kleine „Wohlfühlpakete“ mit Orangensaft, Müsliriegel und einem kleinen Ostergeschenk. „Wir hoffen, dass es Nachahmer für das Projekt gibt und weitere Schwimmkurse finanziert werden“, sagt Seegers.