Zugewanderte bringen Sprache auf die Bühne

vom 17.11.2017

Einjähriges Theaterprojekt der AWO im Theater in der List aufgeführt

Theaterabend List 5.jpg Eine der Szenen drehte sich um die Besonderheiten der deutschen Sprache wie Substantivkomposita (Kinder-spielzeug-batterie-fach-klappe), Abkürzungen und schwierige Verbformen - um Deutsch aus der Sicht eines Deutsch Lernenden.
Volles Haus, viel Applaus: Eine Collage aus verschiedenen Aspekten des „Hierseins in Deutschland“ haben die Protagonisten des einjährigen Theaterprojekts der AWO Region Hannover e.V. am 16. November 2017 auf die Bühne des Theaters in der List gebracht. Grundlage des Projekts waren Texte, die die Teilnehmenden von Jugendintegrationskursen unter Anleitung der Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrerin Dr. Amalia Sdroulia bei der AWO verfasst haben. Passender Titel des interkulturellen Theaterabends: “Die Sprache auf die Bühne bringen“.

In kurzen und prägnanten Szenen und mit viel Humor brachten die zugewanderten Darstellerinnen und Darsteller unter der Regie von Susanne Theis auf den Punkt, was es bedeutet, in kurzer Zeit eine neue Sprache in einem zunächst fremden Land zu erlernen. Unter anderem ging es um das Warten in deutschen Behörden und möglichen Missverständnissen. Eine der Szenen drehte sich um die Besonderheiten der deutschen Sprache wie Substantivkomposita (Kinder-spielzeug-batterie-fach-klappe), Abkürzungen und schwierige Verbformen - um Deutsch aus der Sicht eines Deutsch Lernenden. Neben dem wiederkehrenden Motiv "Warten" gab es Choreographien zu den Themen Frauensolidarität und Einsamkeit. In einer anderen Szene ging es um einen Zugewanderten, der ganz allein nach Deutschland geflüchtet war, und um die Erwartungen, die nach seiner Ankunft an ihn gerichtet wurden. „Wie soll ich denn in nur sechs Monaten die Sprache perfekt beherrschen“, fragte er.

Die Projektteilnehmenden kommen aus Syrien, Irak, Iran, Griechenland und Bulgarien. Alle Plätze des Theaters in der List waren besetzt - am Ende gab es viel Applaus.  Im Anschluss an die Aufführung bestand die Möglichkeit, mit den Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch zu kommen.

Das Theaterprojekt der AWO wurde aus Mitteln des „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ der Landeshauptstadt Hannover gefördert.