Flüchtlingssozialberatung in Lehrte

vom 05.12.2014

Komplexe Fragestellungen und Problemlagen ergeben hohen Bedarf

PRESSEMITTEILUNG

Lehrte. Das Angebot der dezentralen Flüchtlingssozialberatung widmet sich allen Anliegen und Problemlagen, die Flüchtlinge und Asylsuchende in Lehrte betreffen. Venera Peters, Mitarbeiterin des Beratungszentrums für Integrations- und Migrationsfragen der AWO Region Hannover e.V., die die Beratungen in Lehrte durchführt, entwickelt mit Flüchtlingen und Asylsuchenden Perspektiven, unterstützt sie in psychosozialen Problemlagen und begleitet sie bei der Integration in ihr neues Wohnumfeld. Nach Möglichkeit ist die Diplom-Pädagogin bereits beim Ankommen der Flüchtlinge dabei, lernt sie kennen und stellt den ersten Kontakt her.

Insgesamt haben 45 Männer und Frauen aus zwölf verschiedenen Herkunftsländern im Auswertungszeitraum (1. April bis 30. September 2014) die Beratung in Anspruch genommen. Neben der Tatsache, dass überwiegend Männer um Rat suchen, ist feststellbar, dass die Zielgruppe sehr jung ist: Ein Großteil von ihnen ist zwischen 18 und 25 Jahre jung. Die Mehrzahl der Flüchtlinge (31 Personen) sind im Laufe des Jahres nach Deutschland eingereist und wohnen erst seit Kurzem in Lehrte. „Damit ergeben sich zum Teil komplexe Fragestellungen“, betont AWO Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe.

Vor allem die Möglichkeit einer verbesserten sozialen Integration und gesellschaftlichen Teilhabe standen im Mittelpunkt der Beratungen. Dabei ging es zum Beispiel um Fragen im Themenbereich Wohnangelegenheiten/Unterbringung oder um die Förderung der Deutschkenntnisse. „Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche, die aufgrund des fehlenden Wohnraums sowie die unzureichende Anzahl von unentgeltlichen beziehungsweise kostengünstigen Deutschkursen stellen große Herausforderungen bei der Beratung dar“, berichtet Venera Peters. Darüber hinaus benötigten viele Flüchtlinge, die die Beratungsstelle aufgesucht haben, in hohem Maße Hilfestellung bei gesundheitlichen und psychosozialen Problemen.

Die Beratungen haben im zurückliegenden Zeitraum vorwiegend in der Beratungsstelle stattgefunden. Aufgrund des zur Verfügung stehenden Zeitkontingents in Höhe von 19,25 Stunden pro Woche wurde die Begleitung zu Behörden, Ämtern oder Anwälten nur in den dringendsten Fällen gemacht. „Die komplexen Fragestellungen und Problemlagen der Flüchtlinge zeigen aber, dass es einen hohen Bedarf an individueller Begleitung gibt, der durch die Rahmenbedingungen nicht zufriedenstellend gedeckt werden kann“, sagt AWO Geschäftsführer Burkhard Teuber. Um das Zusammenleben in Unterkünften und Nachbarschaft nach Möglichkeit konfliktfrei zu gestalten, sei eine Stärkung der aufsuchenden Sozialarbeit notwendig.

Die Beratungsstelle für Flüchtlinge in Lehrte wird seit dem 1. April 2014 mit 19,25 Stunden in der Woche von der Stadt Lehrte gefördert. Sie befindet sich in den Räumlichkeiten des Rathauses der Stadt Lehrte. Im Berichtszeitraum 2014 lagen die offenen Sprechzeiten dienstags in der Zeit von 14 bis 17.30 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr. Darüber bestand die Möglichkeit, Termine zu vereinbaren. Rathausplatz 1, 31275 Lehrte, Tel.: 05132 505235

Weitere Informationen: Fachbereich Qualifizierung – Bildung – Teilhabe, Gabriele Schuppe, Tel. 0511 21978-131, gabriele.schuppe@awo-hannover.de