Lions Club Herrenhausen spendet der AWO 10.000 Euro

vom 22.01.2015

Ohne Kinderbetreuung keine Integrationskurse

PRESSEMITTEILUNG vom 22. Januar 2015

Hannover. Professor Dr. Ahmed Madisch (Präsident des Lions Club Herrenhausen) hat am 22. Januar 2015 einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an die AWO Region Hannover e.V. übergeben. „Ich bin sehr dankbar, dass durch diese Unterstützung die Kinderbetreuung während unserer Integrationskurse zunächst einmal für sechs weitere Monate gesichert ist“, freut sich die stellvertretende AWO Vorsitzende Birgit Merkel. „Das ist ein Projekt, das wir sehr gerne unterstützen“, betonte Madisch bei der Übergabe. Die Förderung von Kindern stehe im Fokus des Lions Club.

Die AWO bietet seit Jahren Integrationskurse für Migranten mit begleitender Kinderbetreuung an. „Durch dieses Angebot konnten bisher auch viele Frauen mit Kleinkindern an den Sprachkursen teilnehmen“, sagt AWO Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe. Doch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat die Finanzierung für die Kinderbetreuung am 30. September 2014 eingestellt. Seit dieser Entscheidung konnten viele Frauen nicht an den Integrationskursen teilnehmen, weil es für ihre Kinder keine Betreuungsmöglichkeit gab. Die AWO hatte zwischenzeitlich auf eigene Kosten eine Erzieherin beschäftigt, um diese Problematik aufzufangen.

Das BAMF begründet seine Entscheidung damit, dass es mittlerweile genügend Kita-Plätze gebe. Durch die Kinderbetreuung in den Integrationskursen würde den vielen Kindern die professionelle Integrations-Förderung verwehrt bleiben. „Jetzt sind es vor allem integrationswillige Mütter, die zu Hause bleiben“, betont AWO Geschäftsführer Burkhard Teuber. Mit der Suche nach einem Kita-Platz seien sie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse oft überfordert. „Erst die Teilnahme an Integrationskursen ermöglicht es vielen von ihnen, einen Kindergartenplatz zu erhalten“, so Teuber. Zudem seien die Kita-Plätze nicht für die Frauen geeignet, die an den Integrationskursen teilnehmen, weil die Plätze nach pädagogischen Kriterien und vor allem wohnortnah vergeben werden. Das sei aber nicht der Ort, an dem die Integrationskurse stattfinden. Schon deutschen Familien falle es schwer, einen geeigneten Platz auszuwählen. „Wir hoffen, dass die Entscheidung des BAMF revidiert wird.“

„Alle Frauen, die zurzeit ihre Kinder bei uns betreuen lassen, haben mit Unterstützung des AWO Beratungszentrums für Integrations- und Migrationsfragen inzwischen einen Antrag auf einen Kita-Platz gestellt“, berichtet Schuppe. Das sei ein wichtiger Meilenstein für die gelungene Integration der Kinder und der Eltern in unser Bildungssystem.

Ab Juli besteht dann keine Möglichkeit mehr, Frauen in Integrationskurse aufzunehmen, die auf eine Kinderbetreuung angewiesen. Die Kinderbetreuung der derzeit laufenden Kurse kann nur dank der Unterstützung des Lions Club Herrenhausen aufrechterhalten werden.

Weitere Informationen: AWO Fachbereichsleiterin Gabriele Schuppe, Tel. 0511 21978-131, gabriele.schuppe@awo-hannover.de


Integrationskurse
… richten sich an Migrantinnen und Migranten, die in Deutschland leben und Deutsch lernen möchten. Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs, in denen auch Wissen zum Beispiel über die deutsche Geschichte, Kultur und Rechtsordnung vermittelt werden. Die Teilnehmenden absolvieren im Vorfeld einen Einstufungstest, aus dem sich dann die Kursempfehlung ergibt. Die Kurse sind gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Bei AWO Region Hannover e.V. werden folgende Kurse durchgeführt:
Allgemeiner Integrationskurs, Jugendintegrationskurs (16 bis 27 Jahre), Integrationskurs für Frauen, Integrationskurs mit Alphabetisierung, Orientierungskurs mit Einbürgerungstest, Deutsch-Test für Zuwanderer (B1/A2).

Mehr Informationen und Beratung:
Beratung und Anmeldung bei der AWO Region Hannover e.V.
Montag bis Donnerstag von 9 bis 14 Uhr
Deisterstraße 85 A, 30449 Hannover
Tel. 0511 21978-105
integrationskurse@awo-hannover.de