Russische Pädagogen informierten sich in der AWO Kita Kapellenbrink über Kinderbetreuung in Deutschland

vom 21.02.2018

Eine handgenähte Puppe als Gastgeschenk

PRESSEMITTEILUNG vom 21. Februar 2018

Hannover/Groß Buchholz. Am Ende gab es einen kräftigen Applaus, eine Flasche Wodka und eine Puppe, genäht von Kita-Kindern in Moskau: Rund zwei Stunden haben sich Kindertagesstätten-Leitungen aus Moskau und Umgebung am 19. Februar 2018 in der Kita Kapellenbrink der AWO Region Hannover über die Kinderbetreuung in Deutschland informiert. Anlass ist ihr Besuch auf der am 20. Februar 2018  eröffneten Messe didacta in Hannover.

Nach einem Rundgang durch die Räume der Einrichtung erklärte Burkhard Teuber, Geschäftsführer der AWO Region Hannover, den Gästen die Entstehung und Bedeutung der Arbeiterwohlfahrt in Deutschland und die Werte, für die die AWO seit mittlerweile 99 Jahren steht. Solidarität, Gerechtigkeit, Freiheit, Toleranz und Gleichheit seien die Leitlinien der AWO, die sich auch erlauben dürfe, politisch Stellung zu beziehen. „Wir sind einer von fünf Wohlfahrtsverbänden in Deutschland und haben 400.000 Mitarbeiter - allein 1400 in der Region Hannover“, sagte Teuber.

Mit interessierten Blicken registrierten die russischen Pädagogen die offenen Räume der Kita und die Bewegungsfreiheit der Kinder. „Bei uns in Russland ist alles noch ein wenig konservativer“, räumte Dolmetscher und Projektleiter Enrico Koch ein. Ob die Kinder nach dem Waldorfkonzept betreut werden, wollte eine Leiterin wissen. „Nein, wir betreuen nach dem Situationsansatz, bei dem wir jedes Kind individuell nach seinen Bedürfnissen betrachten und fördern“, erklärte Teuber. Ob dieser pädagogische Ansatz auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Bestand haben werde, wollte eine andere Leiterin wissen. Pädagogik ist immer in Bewegung - wir entwickeln die Betreuung stetig weiter und beschäftigen uns mit ständig mit den neuesten pädagogischen Ansätzen“, betonte AWO Fachbereichsleiterin Ingrid Kröger. Die AWO habe sogar eine Fachberatung bestehend aus sechs Mitarbeitenden, die sich um die Weiterentwicklung der pädagogischen Konzepte kümmere und den Erzieherinnen und Erziehern mit Rat und Tat zur Seite stehe.

Wo die Kinder schlafen können und was passiert, wenn sie krank sind, lauteten zwei weitere Fragen der russischen Gäste. Es gebe verschiedene Räume, in denen sich die Kinder ausruhen könnten, erklärte Einrichtungsleiterin Martina Zakowski. Wenn ein Kind krank werde, müssten die Eltern ihre Kinder abholen, damit eine Ansteckung möglichst verhindert werde. Jeder Elternteil dürfe für die Betreuung des kranken Kindes zehn Arbeitstage im Jahr frei nehmen - so sei der gesetzliche Anspruch in Deutschland geregelt, erklärte Teuber.

Nach rund zwei Stunden und einem regen Austausch machte sich die russische Delegation wieder auf den Weg. Als Dank für die Gastfreundschaft erhielt Zakowski eine Puppe gekleidet in russischer Tracht, die die Kinder einer Kita in Moskau genäht haben. Und für Teuber gab es eine Flasche Wodka.