Erster Spatenstich

vom 11.04.2011

Neues Pflegeheim der AWO in Gehrden

PRESSEMITTEILUNG vom 11. April 2011

Die Arbeiterwohlfahrt Jugend- und Sozialdienste gemeinnützige GmbH (AWO), ein Tochterunternehmen der AWO Region Hannover e.V., baut am Thiemorgen in Gehrden eine stationäre Altenpflegeeinrichtung für 85 Bewohnerinnen und Bewohner. In einem zweiten Bauabschnitt entstehen 16 Wohnungen für das Betreute Wohnen. Der symbolische Erste Spatenstich ist am 11. April 2011 unter der Anwesenheit des Bürgermeisters von Gehrden, Hermann Heldermann, um 11.30 Uhr auf dem Baufeld am Thiemorgen erfolgt.

Die Einrichtung wird nach den Entwürfen des Architekten Ekkehard Stückemann, vom hannoverschen Büro wrede.stückemann, gebaut. Das Pflegeheim wird im Mai 2012 bezugsfertig sein.

In Gehrden und in den dazugehörenden Stadtteilen leben rund 1.450 Menschen über 75 Jahren. Demgegenüber steht nur eine stationäre Pflegeeinrichtung. Angehörige müssen ihre pflegebedürftigen Verwandten in anderen Städten und Gemeinden der Region Hannover unterbringen. Damit verbunden sind weite Wege und geringere Besuchsintervalle.

Die AWO verfolgt ein Konzept der gemeindenahen Versorgung von Menschen mit Pflegebedarfen. „Daher lag es nahe, für Gehrden ein weiteres Haus und ergänzend Wohnungen zu planen“, berichtet Dirk von der Osten, Geschäftsführer, der AWO Jugend-und Sozialdienste gGmbH. Der Rat setzte mit den Vorgaben im Bebauungsplan die notwendigen Voraussetzungen für das Wohnen im Alter. Am 15. September 2009 wurde das Konzept den zuständigen Ratsausschüssen in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und erfuhr große Zustimmung.

Anfänglich sollte das Vorhaben in Form eines Investorenmodells realisiert werden, das heißt ein Investor baut und vermietet, die AWO betreibt die Pflegeeinrichtung. Hohe Renditeerwartungen von potentiellen Investoren und damit verbundene hohe Pflegesätze ließen die AWO zu der Entscheidung kommen, die Einrichtung selbst zu bauen, um damit eine finanziell tragbare Form der Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit den Gehrdenern anzubieten. Mehr als sieben Millionen Euro wird die AWO in Grundstück, Gebäude und Ausstattung investieren. Finanziert wird das Vorhaben über die Sparkasse Hannover mit Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus den Programmen „Sozialinvestieren“ und „Energieeffizient bauen“. Es entsteht ein Pflegeheim mit einer hohen Wärmedämmung. Der Energieverbrauch wird niedrig sein.

Im ersten Bauabschnitt wird durch den Generalunternehmer GP Papenburg Hochbau GmbH aus Hannover der nach außen zweckmäßige Bau mit einer Grundfläche von 1.525 Quadratmeter und einer Bruttogeschossfläche von 5.237 Quadratmeter errichtet. Innen überrascht er mit einem begehbaren Gartenhof und einem weiteren überdachten Atrium, das südländische Atmosphäre vermitteln wird. Das Gebäude umfasst drei Etagen mit je einem Wohnbereich. Dabei gibt es nur drei Doppelzimmer, alle anderen wohnen in Einzelzimmer, entweder mit eigenem Badezimmer oder bei sogenannten Kombizimmern (je zwei Einzelzimmer) mit einem gemeinsamen Bad.

Jeder Wohnbereich besitzt einen zentralen Platz, der als Aufenthaltsbereich dient. Balkone in den beiden oberen Geschossen reichen in den begrünten Innenhof. Separate Esszimmer, Wohnzimmer, Pflegebäder und Therapieräume ergänzen das Angebot. Der Wohnbereich im Erdgeschoss ist speziell für demenziell Erkrankte ausgerichtet. Er kann in zwei Hausgemeinschaften für jeweils 13 beziehungsweise 14 Bewohner getrennt werden und greift das familiäre Konzept einer Wohngemeinschaft auf.

Ein mediterraner inspirierter Garten, der aber von heimischen und standortgerechten Pflanzen bestimmt ist, wird den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern einen angenehmen Aufenthalt im Freien bieten.

Das Energiekonzept folgt der aktuellen energiepolitischen Diskussion und ist auf die erneuerbare Energie abgestellt, eine Holzpelletheizung ist für die Warmwasser- und Heizversorgung zuständig. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit einer voraussichtlichen Leistung von 32,5 Kilowatt geplant. Sie soll für den Verbrauchsstrom sorgen und kann bei Überbedarf ins allgemeine Netz einspeisen.

Die AWO schafft mit dieser Einrichtung Arbeit. Mehr als 50 Pflegekräfte in Voll- und Teilzeit werden nach Vollbelegung in dem Haus Beschäftigung finden. Über die Hälfte werden examinierte Alten- oder Krankenpflegekräfte sein. Des Weiteren kommen Verwaltungs- und Hauswirtschaftskräfte zum Einsatz. Eine eigene Küche versorgt die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Beschäftigten mit schmackhaftem und ausgewogenem Essen. Darüber hinaus ist ein Mittagstisch für die Öffentlichkeit angedacht.

Zum südlich gelegenen zweiten Bauabschnitt des Betreuten Wohnens öffnet sich das Pflegeheim zum neuen Stadtquartier. Ein kombinierter Fuß- und Radweg führt über einen kleinen Platz. Ein Mehrzweckraum mit viel Glas reicht in diesen öffentlichen Bereich. Ein großer Hausbaum schafft Raum für einen Aufenthalt unter grünem Blätterdach.

Im zweiten Bauabschnitt entsteht ein Kubus mit 16 Wohnungen: 14 Zweizimmerwohnungen mit einer Größe zwischen 50 und 63 Quadratmetern sowie zwei rund 90 Quadratmeter große Wohnungen und einem zusätzlichen Zimmer und Bad im Staffelgeschoss mit einer großen, nach Süden gerichteten Dachterrasse.

Alle Wohnungen sind barrierefrei ausgestattet und haben entweder eine Terrasse oder einen Balkon. Eine Anbindung an die Betreuung der AWO erfolgt über Hausnotruftelefone. Beratungs- und Freizeitangebote sowie ein Mittagstisch runden das selbstständige Wohnen im Alter ab. Auf der Seniorenmesse in Gehrden am 28. August 2011 wird die AWO die Pläne der Wohnungen vorstellen.

Insgesamt will die AWO am Thiemorgen ein Netzwerk mit Anbietern von ambulanter und Tagespflege, mit Ärzten, Apotheken und weiteren Partnern sowie im begleitenden Bereich mit Schulen und Vereinen aus der direkten Nachbarschaft schaffen. Die AWO erhofft sich dabei eine gute und intensive Nachbarschaft zu den entstehenden Einfamilienhäusern. So entsteht ein Wohnquartier, in dem Jung und Alt gemeinsam leben kann.

Mehr Informationen: Dirk von der Osten, Geschäftsführer AWO Jugend- und Sozialdienste gem. GmbH, Wilhelmstr. 7, 30171 Hannover, Tel.: 0511 8114-265, Fax: -250, dirk.vdosten@awo-hannover.de

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