Altenpflegeausbildung

vom 09.07.2010

AWO kritisiert das Vorhaben der Bundesregierung, das dritte Ausbildungsjahr nicht mehr zu fördern

Die Bundesregierung will die komplette Förderung der dreijährigen Umschulung zum Alten- und Krankenpfleger über die Befristung bis Ende 2010 hinaus nicht verlängern. Bisher wurde aus Mitteln des Konjunkturpaketes II auch das dritte Umschulungsjahr voll finanziert und damit der Einstieg in den Pflegeberuf für viele Umschülerinnen und Umschüler attraktiv gestaltet.
„Bundesweit benötigen wir in der stationären und ambulanten Krankenpflege einen Zuwachs bis 2020 von rund 450.000 Beschäftigten um der demografischen Entwicklung gerecht zu werden. Für Niedersachsen sind das rund 54.000 Kräfte,“ stellt Dirk von der Osten, Geschäftsführer der AWO-Pflegegesellschaften innerhalb der AWO Region Hannover e.V., fest. „Diesen Zuwachs bei abnehmenden Schülerzahlen schaffen wir nur durch verstärkte Umschulung und zusätzliche Zuwanderung von Fachkräften. Das Ansinnen der Bundesregierung, die Umschulung zu kappen, widerspricht aller Vernunft, dem Pflegenotstand zu entgegnen!“
Dieses Vorhaben trifft nicht nur die leistungsbereiten Arbeitslosen, die sich der Umschulung stellen, sondern auch den heutigen und zukünftigen Pflegebedürftigen, denen gut ausgebildetes Pflegepersonal fehlen wird. „Pflege ist eine gesetzliche Aufgabe der Sozialgesetzbücher. Die Bundesregierung trägt somit die Verantwortung, dass die gesetzlichen Leistungen auch erfüllt werden können,“ so Dirk von der Osten. Hier soll nun die Verantwortung für das dritte Ausbildungsjahr auf die Ausbildungsträger und ggf. den Ländern überlassen werden.

Kontakt:  AWO Jugend- und Sozialdienste gem. GmbH, Dirk von der Osten, Tel.: 0511 8114-265