„Wir machen Kinder stark“

vom 16.09.2010

Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung von Kindern

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Die Arbeitsgemeinschaft Armut der AWO Region Hannover e.V. hat in Kooperation mit der Leibniz-Universität das Projekt „Wir machen Kinder stark“ entwickelt. Ziel ist es, die psychische Widerstandskraft (Resilienz) von Kindern zu entwickeln, zu stärken und zu verbessern. Das vom NIFBE (Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung) finanzierte Projekt, an dem sich vier AWO Kindertagesstätten beteiligen, wurde am 15. September 2010 anlässlich der Aktionswoche des Landes Niedersachsen gegen Kinderarmut und soziale Ausgrenzung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mehr als 70 Gäste, darunter die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Brigitte Schlienkamp und die jugendpolitische Sprecherin der SPD Anne Hintermann, Kita-Leitungen, die Netzwerkmanager vom NIFBE sowie eine Schulklasse der Alice-Salomon-Schule waren gekommen, um sich über das Projekt „Wir machen Kinder stark“ zu informieren.

„Die Integrationskurse reichen nicht, um die Menschen sozial und sprachlich in die Gesellschaft zu integrieren“, betonte Christiane Rintelmann, stellvertretende AWO Vorsitzende in ihrer Eröffnungsrede. Mit ihrem Engagement stelle die AWO sich den gesellschaftlichen Fehlentwicklungen entgegen und lenke insbesondere im Bereich Kinder in eine andere Richtung. Das Projekt trage dazu bei, auch Kindern aus armen Familien, einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. „Die Förderung von Resilienz ist für jedes Kind wichtig“, sagte Diplompsychologe und AWO Betriebsratsvorsitzender Jörg Reißmann in seinem Vortrag. Und ganz besonders gelte das für arme Kinder.

Vier AWO Kindertagesstätten beteiligen sich an dem zwei Jahre laufenden Projekt. Die Fachkräfte der Kitas Elmstraße, Dunantstraße, Petermannstraße und Schneiderberg sind in der ersten Phase dabei, das Wohnumfeld der Kinder und deren Lebensbedingungen zu untersuchen. „Sie werden in ihrer Wahrnehmung geschult und in ihrem Handeln so gefördert und gestärkt, dass sie besser als vorher in der Lage sind, die Resilienz bezogenen Faktoren bei den Kindern und ihren Familien zu erkennen und zu unterstützen“, beschreibt Horst Merkel, Diplom-Psychologe und Moderator des Projekts, die Vorgehensweise.

In der zweiten Phase werden die Eltern und Familien einbezogen. Die Eltern werden unterstützt, ihre Verantwortung und Rolle als Erziehende wahr zu nehmen, um ihre Kinder in der Entwicklung zu begleiten und zu fördern und belastende Situationen zu bewältigen. „In der engen Zusammenarbeit unseres Bereiches Familienbildung und den AWO Kindertagesstätten liegen hier besondere Stärken, die im Projekt vernetzt werden sollen“, betonte Michaela Bräuer-Pape, stellvertretende. Geschäftsführerin der AWO Region Hannover e.V. auf der Veranstaltung. „Wir müssen die Eltern mit ins Boot holen.“

Zum Ende des zweijährigen Projektes wird ein theorie- und praxisgeleitetes Programm zur pädagogischen Förderung von Resilienz vorgestellt. Dr. Timm Albers von der Leibniz-Universität wies darauf hin, dass die Ergebnisse dem Land Niedersachsen nach Abschluss des Projektes zur Verfügung gestellt werden, um sie landesweit übertragen zu können.


Weitere Informationen: AWO Region Hannover e.V. ,Michaela Bräuer-Pape, Tel.: 0511 8114-211